Praxen für neurologische Ergotherapie in der Schweiz

28 Praxen für neurologische Ergotherapie in der Schweiz im Überblick – mit Leistungen, Standorten und Kontaktangaben aus öffentlich prüfbaren Quellen.

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Fläche der Punkte proportional zur Anzahl Praxen für neurologische Ergotherapie am Ort. Gezählt werden Hauptsitze und weitere Standorte. Geodaten: swisstopo.

Alle Praxen für neurologische Ergotherapie in der Schweiz

28 Einträge, alphabetisch

Was macht eine Praxis für neurologische Ergotherapie?

Neurologische Ergotherapie unterstützt Menschen mit Erkrankungen oder Verletzungen des Nervensystems – etwa nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma, bei Multipler Sklerose oder Parkinson – darin, alltägliche Tätigkeiten wieder oder weiterhin möglichst selbständig auszuführen.

Nach einem Schlaganfall oder bei einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung verändern sich oft gleichzeitig Bewegung, Wahrnehmung und Denken. Ein Arm lässt sich nicht mehr gezielt einsetzen, eine Körperseite wird übersehen, Aufmerksamkeit und Gedächtnis lassen nach. Die Ergotherapie fragt: Welche Tätigkeiten sind der Person wichtig – sich waschen und anziehen, kochen, einkaufen, arbeiten, ein Hobby – und wie lassen sie sich wieder ermöglichen?

Die Behandlung verbindet funktionelles Training, etwa für Arm und Hand, mit dem Üben konkreter Alltagshandlungen, dem Training kognitiver Fähigkeiten und der Anpassung von Umgebung und Hilfsmitteln. In der Neurorehabilitation verbreitet sind unter anderem Konzepte wie Bobath oder Affolter sowie Ansätze wie die Spiegeltherapie. Bei fortschreitenden Erkrankungen wie MS oder Parkinson steht häufig im Vordergrund, Kräfte einzuteilen und Selbständigkeit möglichst lange zu erhalten.

Nach dem Schlaganfall: Auf die Akutbehandlung im Spital folgt oft eine stationäre Rehabilitation, danach geht die Ergotherapie ambulant in einer Praxis oder zu Hause weiter. Für die ambulante Therapie braucht es eine neue ärztliche Verordnung, meist von der Klinik beim Austritt oder vom Hausarzt; die erste Sitzung muss innert acht Wochen stattfinden. Wie lange die Therapie dauert, ist sehr unterschiedlich und hängt von den Zielen ab, nicht von einer festen Frist. Ist der Weg in die Praxis nicht möglich, kann die Ärztin den Behandlungsort «zu Hause» ankreuzen; nur dann darf die Ergotherapeutin laut EVS-Hinweisen auch Wegkosten verrechnen. Nach einem Unfall ist die Unfallversicherung zuständig, ebenfalls auf ärztliche Anordnung.

Kosten und Abrechnung

Abgerechnet wird nach dem Ergotherapie-Tarif in Taxpunkten pro Viertelstunde, mit eigenen Positionen für Vor- und Nachbereitung und für die Wegzeit bei Behandlungen zu Hause. Die Grundversicherung übernimmt die Kosten mit ärztlicher Verordnung, bei einer zugelassenen Praxis und unter den Voraussetzungen von Art. 6 KLV, abzüglich Franchise und Selbstbehalt; nach Unfällen bezahlt die Unfallversicherung. Lange Behandlungen sind möglich: Nach 36 Sitzungen entscheidet die Krankenkasse auf Bericht der Ärztin über die Fortsetzung.

Typische Leistungen

  • Abklärung von Bewegung, Wahrnehmung, Kognition und Alltagsselbständigkeit
  • Training von Arm- und Handfunktion für konkrete Alltagstätigkeiten
  • Üben von Körperpflege, Anziehen, Essen, Haushalt und Einkaufen
  • Training von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Handlungsplanung, auch bei Neglect
  • Energiemanagement bei Fatigue, etwa bei Multipler Sklerose
  • Hilfsmittelberatung und Anpassung der Wohnung
  • Schienen zur Lagerung oder Funktionsunterstützung der Hand
  • Beratung von Angehörigen und Abklärung der Rückkehr an den Arbeitsplatz

Woran Sie eine gute Praxis für neurologische Ergotherapie erkennen

  • Erfahrung in der Neurorehabilitation, idealerweise mit Weiterbildungen in neurologischen Behandlungskonzepten
  • Bereitschaft zu Hausbesuchen, wenn der Weg in die Praxis nicht möglich ist
  • Ziele, die sich an Ihren Alltagstätigkeiten orientieren und regelmässig überprüft werden
  • Zusammenarbeit mit Ärztin, Physiotherapie, Logopädie und Spitex
  • Ehrliche Einschätzung, was realistisch erreichbar ist – ohne Heilversprechen

Nach Standort

Gezählt werden Hauptsitze und weitere Standorte. Eine eigene Seite gibt es ab 3 Einträgen in einer Stadt; die übrigen Orte öffnen die gefilterte Liste.

Häufige Fragen zum Thema Neurologie: nach Schlaganfall, bei MS und Parkinson

Was ist der Unterschied zwischen Ergotherapie und Physiotherapie nach einem Schlaganfall?
Beide überschneiden sich. Die Physiotherapie konzentriert sich vor allem auf Bewegung, Gehen und Gleichgewicht, die Ergotherapie auf Alltagstätigkeiten wie Körperpflege, Anziehen, Haushalt und Arbeit sowie auf Armfunktion, Wahrnehmung und Kognition.
Wie lange dauert Ergotherapie nach einem Schlaganfall?
Eine feste Dauer gibt es nicht. Pro Verordnung sind höchstens neun Sitzungen möglich, weitere Serien brauchen eine neue Verordnung; nach 36 Sitzungen prüft der Vertrauensarzt der Krankenkasse auf Bericht der Ärztin, ob und wie lange die Therapie weiter bezahlt wird (Art. 6 KLV). Auch Monate nach dem Schlaganfall kann es sinnvoll sein, an konkreten Alltagszielen zu arbeiten. Wie viel Veränderung möglich ist, ist sehr verschieden; eine gute Ergotherapeutin bespricht das offen.
Hilft Ergotherapie auch bei Parkinson oder MS?
Ergotherapie kann helfen, Alltagstätigkeiten trotz fortschreitender Erkrankung möglichst selbständig auszuführen, etwa mit angepassten Abläufen, Energiemanagement und Hilfsmitteln. Die Krankheit selbst behandelt sie nicht.
Hilft Ergotherapie bei Long Covid oder ME/CFS?
Bei anhaltender Erschöpfung nach einer Infektion arbeiten Ergotherapeutinnen vor allem am Energiemanagement, oft «Pacing» genannt: Tätigkeiten über den Tag und die Woche so einteilen, dass Überlastung möglichst vermieden wird, und Abläufe im Alltag vereinfachen. Die Erkrankung selbst behandelt die Ergotherapie nicht, und der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Ob eine Ergotherapie sinnvoll ist, entscheiden Sie mit der behandelnden Ärztin, die sie auch verordnet.
Hilft Ergotherapie bei Polyneuropathie oder Gesichtsfeldausfällen?
Ergotherapie kann bei den Folgen im Alltag ansetzen: Bei Polyneuropathie etwa mit Strategien, wenn Gefühl und Geschicklichkeit in Händen oder Füssen nachlassen, und mit Hilfsmitteln; bei Gesichtsfeldausfällen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, mit Strategien, den Blick gezielt einzusetzen, und mit Anpassungen in der Wohnung. Die Nervenschädigung selbst behandelt sie nicht.