Praxen für Kinder-Ergotherapie in der Schweiz

27 Praxen für Kinder-Ergotherapie in der Schweiz im Überblick – mit Leistungen, Standorten und Kontaktangaben aus öffentlich prüfbaren Quellen.

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Fläche der Punkte proportional zur Anzahl Praxen für Kinder-Ergotherapie am Ort. Gezählt werden Hauptsitze und weitere Standorte. Geodaten: swisstopo.

Alle Praxen für Kinder-Ergotherapie in der Schweiz

27 Einträge, alphabetisch

Was macht eine Praxis für Kinder-Ergotherapie?

Ergotherapie für Kinder und Jugendliche (pädiatrische Ergotherapie) unterstützt Kinder mit angeborenen, entwicklungsbedingten oder erworbenen Beeinträchtigungen darin, alltägliche Tätigkeiten wie Anziehen, Essen, Spielen, Schreiben oder Velofahren selbständig auszuführen.

Kinder lernen den Alltag über das Tun: Knöpfe schliessen, mit der Schere schneiden, einen Ball fangen, einen Stift führen. Gelingt das deutlich weniger gut als bei Gleichaltrigen, leiden Kinder oft darunter – im Kindergarten, in der Schule und beim Spielen. Die Ergotherapie setzt bei diesen Tätigkeiten an. Laut dem Ergotherapie-Verband Schweiz (EVS) gehören das Einüben altersgerechter Fertigkeiten, die Förderung von Grob- und Feinmotorik und Sinneswahrnehmung, Strategien für Aufmerksamkeit und Planung sowie die Beratung von Eltern und Umfeld zu den Kernaufgaben.

Am Anfang steht eine Abklärung: Die Ergotherapeutin beobachtet das Kind bei Aufgaben, setzt standardisierte Tests ein und bespricht mit Eltern und Kind, welche Tätigkeiten im Alltag am meisten Mühe machen. Die Ziele werden gemeinsam festgelegt. Auf dem schweizweit einheitlichen Verordnungsformular kann die Ärztin oder der Arzt zuerst nur eine Abklärung verordnen – gemäss den Hinweisen des EVS sind dafür höchstens zwei Mal zwei Stunden ohne vorgängige Kostengutsprache möglich. Das ist bei Kindern oft sinnvoll, wenn noch offen ist, ob eine Therapie nötig ist.

Die Grundversicherung bezahlt Kinder-Ergotherapie nur mit ärztlicher Verordnung, die in der Regel die Kinderärztin oder der Kinderarzt ausstellt, nur bei einer zugelassenen Praxis und nur, wenn die Voraussetzungen von Art. 6 KLV erfüllt sind – etwa wenn die Therapie bei einer Erkrankung die Selbständigkeit im Alltag fördert. Bei anerkannten Geburtsgebrechen kommt bis zum 20. Geburtstag die Invalidenversicherung auf, wenn die IV-Stelle das verfügt (Art. 13 IVG). Davon zu unterscheiden sind pädagogisch-therapeutische Angebote der Schule wie die Psychomotoriktherapie, über die zum Beispiel im Kanton Zürich die Schule entscheidet. Viele Praxen behandeln auf Deutsch, manche auch auf Französisch, Italienisch oder Englisch – bei kleinen Kindern ist die Familiensprache oft entscheidend.

Kosten und Abrechnung

Kinder-Ergotherapie wird nach dem Tarifvertrag zwischen dem Ergotherapie-Verband Schweiz (EVS), dem Schweizerischen Roten Kreuz und den Krankenversicherern abgerechnet: in Taxpunkten pro volle oder angebrochene Viertelstunde, dazu Zeit für Vor- und Nachbereitung und allenfalls Wegzeit bei Hausbesuchen. Der Taxpunktwert ist schweizweit einheitlich. Die Grundversicherung zahlt nur mit ärztlicher Verordnung, bei einer zugelassenen Praxis und unter den Voraussetzungen von Art. 6 KLV. In der ordentlichen Grundversicherung zahlen Kinder keine Franchise (Art. 64 Abs. 4 KVG); wer für das Kind eine wählbare Franchise von 100 bis 600 Franken gewählt hat, zahlt diese (Art. 93 KVV). Der Selbstbehalt von 10 Prozent ist auf 350 Franken pro Jahr begrenzt. Bei anerkannten Geburtsgebrechen bezahlt bis 20 Jahre die IV, wenn die IV-Stelle die Kosten verfügt.

Typische Leistungen

  • Abklärung mit Beobachtung, Elterngespräch und standardisierten Tests
  • Training von Alltagsfertigkeiten wie Anziehen, Essen, Schuhe binden und Velofahren
  • Förderung von Fein- und Grobmotorik, Koordination und Kraftdosierung
  • Förderung der Sinneswahrnehmung (Tastsinn, Körperwahrnehmung, Gleichgewicht)
  • Strategien für Aufmerksamkeit, Planung und Selbstkontrolle bei Schulaufgaben
  • Beratung von Eltern, Lehrpersonen und Betreuungspersonen
  • Hilfsmittelberatung, z. B. Stifthalter, Sitzkissen oder angepasstes Besteck
  • Berichte an die verordnende Ärztin und Abstimmung mit Schule und weiteren Therapien

Woran Sie eine gute Praxis für Kinder-Ergotherapie erkennen

  • Klare Abklärung zu Beginn und schriftlich vereinbarte Ziele, die sich auf den Alltag des Kindes beziehen
  • Erfahrung mit dem Alter und dem Thema Ihres Kindes – Kleinkinder, Schulkinder oder Jugendliche
  • Eltern werden einbezogen und erhalten konkrete Ideen für zu Hause
  • Regelmässige Standortbestimmung: Was hat sich verändert, braucht es eine weitere Serie?
  • Zulassung zur Abrechnung über die Grundversicherung (ZSR-Nummer) – sonst zahlen Sie selbst
  • Warnsignal: Versprechen, eine Diagnose «wegzutherapieren», oder Therapieserien ohne Zwischenbericht

Nach Standort

Gezählt werden Hauptsitze und weitere Standorte. Eine eigene Seite gibt es ab 3 Einträgen in einer Stadt; die übrigen Orte öffnen die gefilterte Liste.

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Ratgeber

Häufige Fragen zum Thema Ergotherapie für Kinder und Jugendliche

Braucht mein Kind eine ärztliche Verordnung für Ergotherapie?
Ja, wenn die Krankenkasse, die IV oder die Unfallversicherung bezahlen soll. Die Verordnung stellt meist die Kinderärztin oder der Kinderarzt aus. Ohne Verordnung bezahlen Sie die Therapie in der Regel selbst; manche Zusatzversicherungen beteiligen sich.
Was ist der Unterschied zwischen Ergotherapie und Psychomotoriktherapie?
Kurz: Ergotherapie läuft über eine ärztliche Verordnung und die Versicherungen, Psychomotoriktherapie meist über die Schule. Die Inhalte überschneiden sich teilweise. Zugang, Finanzierung und Abgrenzung erklären wir ausführlich im Ratgeber «Ergotherapie oder Psychomotoriktherapie?».
Hilft Ergotherapie bei Autismus?
Ergotherapie kann Kinder und Jugendliche mit einer Autismus-Spektrum-Störung bei konkreten Alltagszielen begleiten – etwa beim Anziehen, Essen, bei Abläufen im Kindergarten oder im Umgang mit Sinnesreizen – und die Eltern beraten. Die Diagnose stellen Fachärztinnen, meist in der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Entwicklungspädiatrie. Die Ergotherapie ist dabei ein Baustein unter mehreren; sie heilt Autismus nicht. Fragen Sie die Praxis, ob sie Erfahrung mit autistischen Kindern hat.
Können wir Ergotherapie für unser Kind selbst bezahlen?
Ja. Ohne ärztliche Verordnung bezahlt die Grundversicherung nichts, Sie können die Therapie aber privat bezahlen. Vereinbaren Sie den Preis vorher mit der Praxis und fragen Sie Ihre Zusatzversicherung, ob sie sich beteiligt. Mit Verordnung zahlt die Grundversicherung, wenn die Praxis zugelassen ist und die Voraussetzungen von Art. 6 KLV erfüllt sind. In der ordentlichen Versicherung tragen Sie für Kinder dann keine Franchise, nur den Selbstbehalt von höchstens 350 Franken pro Jahr; haben Sie für Ihr Kind eine wählbare Franchise von 100 bis 600 Franken gewählt, zahlen Sie diese.
Wie oft pro Woche findet Kinder-Ergotherapie statt?
Eine feste Regel gibt es nicht. Wie oft das Kind kommt, vereinbaren Eltern und Ergotherapeutin je nach Ziel, Alter und Belastung des Kindes. Die Verordnung begrenzt nur die Zahl der Sitzungen (höchstens neun) und verlangt, dass die erste innert acht Wochen stattfindet.
Wann zahlt die IV statt der Krankenkasse?
Bei einem anerkannten Geburtsgebrechen übernimmt die Invalidenversicherung medizinische Massnahmen bis zum vollendeten 20. Altersjahr (Art. 13 IVG). Dafür braucht es eine Anmeldung bei der IV-Stelle und deren Verfügung.
Wie lange dauert eine Sitzung?
Das ist unterschiedlich und hängt vom Kind und vom Ziel ab. Abgerechnet wird pro Viertelstunde; der Tarifvertrag begrenzt eine Einzelbehandlung in der Regel auf 120 Minuten; längere Behandlungen muss die Praxis begründen.