Praxen für Sensorische Integration in der Schweiz

7 Praxen für Sensorische Integration in der Schweiz im Überblick – mit Leistungen, Standorten und Kontaktangaben aus öffentlich prüfbaren Quellen.

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Fläche der Punkte proportional zur Anzahl Praxen für Sensorische Integration am Ort. Gezählt werden Hauptsitze und weitere Standorte. Geodaten: swisstopo.

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Was macht eine Praxis für Sensorische Integration?

Sensorische Integration (SI) bezeichnet die Verarbeitung und Verknüpfung von Sinneseindrücken wie Berührung, Bewegung, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung; die gleichnamige ergotherapeutische Behandlung nach dem Konzept von A. Jean Ayres unterstützt Kinder, die solche Reize über- oder unterempfindlich verarbeiten.

Manche Kinder reagieren auf Berührungen, Geräusche, Kleideretiketten oder Bewegung ungewöhnlich stark – andere scheinen Reize kaum wahrzunehmen, suchen ständig Bewegung oder wirken ungeschickt. Wenn das den Alltag spürbar einschränkt, etwa beim Anziehen, Essen, Spielen in der Gruppe oder im Turnen, kann eine ergotherapeutische Abklärung der Sinnesverarbeitung sinnvoll sein.

Die SI-Therapie arbeitet mit gezielten Angeboten für Gleichgewicht, Körperwahrnehmung und Tastsinn, oft in einem Raum mit Schaukeln, Hängematten, Bällebad und Kletterelementen. Das Ziel ist nicht die Übung an sich, sondern dass das Kind Alltagssituationen besser bewältigt. Die Förderung der Sinneswahrnehmung gehört laut Ergotherapie-Verband Schweiz zu den Kernaufgaben der pädiatrischen Ergotherapie; die Behandlung nach dem SI-Konzept setzt eine entsprechende Weiterbildung voraus.

Fragen Sie bei der Praxiswahl, ob die behandelnde Ergotherapeutin eine Weiterbildung in Sensorischer Integration hat und ob die Praxis über einen geeigneten Therapieraum verfügt. Wie jede Ergotherapie bezahlt die Grundversicherung auch die SI-Therapie nur mit ärztlicher Verordnung, bei einer zugelassenen Praxis und wenn die Voraussetzungen von Art. 6 KLV erfüllt sind; sie ist Teil der Ergotherapie und keine eigene Tarifleistung.

Kosten und Abrechnung

SI-Therapie wird als Ergotherapie nach dem gleichen Tarif abgerechnet: Taxpunkte pro Viertelstunde in Anwesenheit des Kindes und für Vor- und Nachbereitung. Die Grundversicherung zahlt mit ärztlicher Verordnung, bei einer zugelassenen Praxis und wenn die Voraussetzungen von Art. 6 KLV erfüllt sind; bei anerkannten Geburtsgebrechen zahlt mit Verfügung der IV-Stelle die IV. In der ordentlichen Grundversicherung fällt für Kinder keine Franchise an, nur der Selbstbehalt von 10 Prozent (höchstens 350 Franken pro Jahr); eine für das Kind gewählte Franchise von 100 bis 600 Franken gilt jedoch (Art. 93 KVV).

Typische Leistungen

  • Abklärung der Sinnesverarbeitung mit Beobachtung, Fragebögen und Tests
  • Behandlung mit Bewegungs-, Gleichgewichts- und Tastangeboten
  • Förderung von Körperwahrnehmung, Kraftdosierung und Bewegungsplanung
  • Beratung der Eltern zu Alltagssituationen wie Anziehen, Essen oder Zähneputzen
  • Anpassungen im Umfeld, z. B. ruhigere Arbeitsplätze oder Pausen mit Bewegung
  • Abstimmung mit Kita, Kindergarten oder Schule

Woran Sie eine gute Praxis für Sensorische Integration erkennen

  • Die Ergotherapeutin hat eine Weiterbildung in Sensorischer Integration und kann sie benennen
  • Ein Therapieraum mit Hängevorrichtungen und Platz für Bewegung ist vorhanden
  • Ziele beziehen sich auf den Alltag des Kindes, nicht nur auf Testwerte
  • Eltern erhalten Erklärungen und Ideen für zu Hause
  • Warnsignal: Versprechen, Lern- oder Verhaltensprobleme allein mit SI-Therapie zu lösen

Nach Standort

Gezählt werden Hauptsitze und weitere Standorte. Eine eigene Seite gibt es ab 3 Einträgen in einer Stadt; die übrigen Orte öffnen die gefilterte Liste.

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Ratgeber

Häufige Fragen zum Thema Sensorische Integration

Ist Sensorische Integration eine eigene Therapieform?
Sie ist ein Behandlungskonzept innerhalb der Ergotherapie. Abgerechnet wird sie wie jede Ergotherapie; sie setzt eine ärztliche Verordnung voraus, wenn die Versicherung zahlen soll.
Was ist eine sensorische Integrationsstörung (Wahrnehmungsstörung)?
Mit «sensorischer Integrationsstörung» oder «Wahrnehmungsstörung» sind Schwierigkeiten gemeint, Sinneseindrücke wie Berührung, Bewegung, Gleichgewicht oder Körperwahrnehmung zu verarbeiten und sinnvoll zu nutzen. Der Begriff stammt aus dem SI-Konzept nach A. Jean Ayres. Ob eine solche Schwierigkeit vorliegt und welche Ursache dahintersteht, klärt die Ärztin oder der Arzt zusammen mit der Ergotherapie ab.
Woran merke ich, dass mein Kind Reize anders verarbeitet?
Hinweise können starke Abwehr gegen Berührung oder bestimmte Kleider, auffällige Angst vor Bewegung, ständiges Suchen nach Bewegung oder grosse Ungeschicklichkeit sein. Eine Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt; die Ergotherapie klärt die Auswirkungen auf den Alltag ab.
Wie lange dauert eine SI-Therapie?
Das ist individuell. Eine Verordnung deckt höchstens neun Sitzungen; danach wird gemeinsam entschieden, ob eine Fortsetzung sinnvoll ist.
Gibt es Sensorische Integration auch für Erwachsene?
Das SI-Konzept nach Ayres wurde für Kinder entwickelt, und die Praxen im Verzeichnis mit diesem Schwerpunkt behandeln vor allem Kinder. Ob eine Praxis auch Erwachsene mit Schwierigkeiten bei der Reizverarbeitung behandelt, fragen Sie am besten direkt nach. Die Grundversicherung zahlt auch dann nur mit ärztlicher Verordnung, bei einer zugelassenen Praxis und unter den Voraussetzungen von Art. 6 KLV.
Brauchen wir Material für zu Hause?
Nicht unbedingt. Oft genügen Ideen für Alltag und Spiel. Kaufen Sie teure Geräte erst, wenn die Therapeutin sie für Ihr Kind empfiehlt.
Behandeln auch Praxen ohne SI-Weiterbildung Wahrnehmungsprobleme?
Ja, die Förderung der Sinneswahrnehmung gehört zur pädiatrischen Ergotherapie allgemein. Für eine Behandlung nach dem SI-Konzept ist eine spezifische Weiterbildung üblich – fragen Sie danach.